In Memoriam Bischof Johann Weber (1927-2020)

Published by : Glockenklang
Ein ORF-Betrag
Johann Weber wurde 1927 in Graz als Sohn eines Gendarmen geboren. Nach dem Militärdienst im Zweiten Weltkrieg begann er 1946 ein Theologie-Studium und empfing 1950 die Priesterweihe. Diözesanjugendseelsorger der Katholischen Arbeiterjugend wurde Weber 1956 und sechs Jahre später Stadtpfarrer von Graz-St. Andrä. Am 10. Juni 1969 ernannte Papst Paul VI. Weber zum Bischof der Diözese Graz-Seckau, der er bis 2001 vorstand.
In seine Zeit fielen die Umwälzungen des 2. Vatikanischen Konzils: Weber richtete Pfarrgemeinderäte (1969) und den Diözesanrat (1970) ein, die Telefonseelsorge (1974) wurde ebenfalls unter ihm ins Leben gerufen. Er setzte auch erstmals in der Steiermark Ordensfrauen in priesterlosen Pfarren (1971) ein. Größere Ereignisse wie der „Steirische Katholikentag“ 1981 oder die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz wurden von Weber initiiert oder mitgeprägt. Ein Höhepunkt seiner Amtszeit war auch der Papstbesuch von Johannes Paul II. im Jahr 1983.
In der Bischofskonferenz war Weber Referent für Jugendfragen, später für „Kirche in der Gesellschaft“ zuständig. 1995 bis 1998 war Weber Vorsitzender der Bischofskonferenz. Außerdem war er „Medien-Bischof“ und unter anderem für die Theologischen Fakultäten und Hochschulen zuständig. „Bei den Menschen“ hieß sein 1994 veröffentlichte Buch – nach diesem Motto agierte er auch in seiner Pension: Nachdem er 2001 den Bischofsstab an Egon Kapellari übergeben hatte, war Weber bis zuletzt Seelsorger in Graz-St. Leonhard und hielt auch über die steirischen Grenzen hinaus Vorträge und Exerzitien.

Gegründet hat er auch die Bischof-Johann-Weber-Stiftung: Der Fonds wurde 1994 anlässlich Webers Silbernem Bischofsjubiläum von Diözese, Land und Stadt ins Leben gerufen – Menschen aus ex-kommunistischen Ländern sollte damit ein Studienaufenthalt in Graz ermöglicht werden.
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